Aussichtspunkt im Stadtviertal San Juan über die Stadt Las Palmas und das Meer

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Sightseeing Gran Canaria: Aussichtspunkt San Juan

Den Traumblick über die Altstadt von Las Palmas geniesen.

Bei dem Stadtviertel San Juán handelt sich um einen der wirklichen Geheimtipps von Las Palmas, denn in den meisten Reiseführern über Las Palmas findet dieses einen ganz eigenen Charme und Stimmung ausstrahlende Barrio (= Stadtviertel) keine Erwähnung. Von diesem auf einem Hügel erbauten, traditionsreichen Stadtviertel können sie einen tollen Blick über die Altstadt von Las Palmas und die gesamte Ostküste der Stadt, samt dem Hafen Puerto de la Luz, geniesen.

San Juán wurde auf einem der zahlreichen Hügel der Stadt errichtet und seine Häuser trohnen wie eine bunte und von engen Gassen durchzogene Festung über den ältesten Vierteln der Stadt: Vegueta & Triana. Das der Großteil dieses Viertels bereits vor der massenhaften Verbreitung des sogenannten Automobils erbaut wurde, merkt man heute noch an den engen und verschlungenen Gassen, welche fast das gesamte Viertel gezwungenermaßen zu einer ruhigen und romantischen Fußgängerzone macht. Welch Erholung vom doch streckenweise chaotischen Verkehr von Las Palmas.

Beim ersten Schritt, den man in San Juán eindringt, spürt man die ruhige, zeitlose und stressfreie Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlt. Wohl nicht zuletzt auch wegen der bereits erwähnten fast ausnahmslosen Abwesenheit der Luft und Atmosphäre verpestenden Autos. Man hat das Gefühl, dass hier, nur wenige hundert Meter abseits der touristischen Trampelpfade das wahre, echte und glaubwürdige kanarische Alltagsleben von Las Palmas zu finden ist.

Die alten sitzen, die Köpfe wie Sonnenblumen nach der Wärme spendenden Sonne drehend, entspannt und tratschend auf dem Gehsteigrand, lehnen am Türstock ihrer Häuser oder auf den Bänken des Hauptplatzes Nacimiento del Sol (= Geburt der Sonne). Die Jungen ballern, die Fussballstars der spanischen "Primera Division" imitierend, mit ihren Fußbällen wild durch die Gegend und keinen scheint es zu stören. Vielleicht ist einer dieser kleinen Rabauken ja ein zukünftiger Fussballstar und so stört man die Burschen lieber nicht beim Training. Die meisten Haustüren sind einen spalt geöffnet und ist man wie alle Menschen neugierig, so kann man den einen oder anderen Blick in die wunderschönen und von Kakteen und kleinen Palmen besetzten kanarischen Innenhöfe werfen. Hier sitzen Jung und Alt beim Essen, Fernsehen oder einfach nur relaxen und quatschen noch zusammen. Man hat wie überall auf den Kanarischen Inseln das Gefühl, dass sich hier die Jungen noch um die Alten kümmern und diese seltener als in Mitteleuropa in anonyme Altenheime transferiert werden.

Nachts scheint aus so mancher einfachen Garage Kerzenlicht und es tönen lebendige und heitere Gespräche in die gepflasterten Gassen, die die Karten spielenden Männer in kurzen Hosen und bis zum Nabel aufgeknüpften Hemden führen. Es ist November, 22h. Der Vollmond wirft sein geheimnisvolles Licht in die noch immer lebendigen Gassen von San Juan. Es hat 24 Grad. Unsere Gedanken schweifen kurz nach Mitteleuropa, wo die Freunde gerade die ersten morgendlichen Minusgrade erleiden. Wir sind glücklich. Eine junge, dunkelhaarige Kanarierinn betritt in einem leichten Sommerkleid eine Dachterasse, zündet sich eine Zigarette an und blickt verträumt in Richtung Atlantik, wo die riesigen Öltanker und Kreuzfahrtschiffe, beleuchtet wie Christbäume, den Hafen von Las Palmas ansteuern oder gerade verlassen.

Man ist fast versucht, das sich auf dem Haupplatz gelegene Gotteshaus als Dorfkirche zu bezeichnen, so gemütlich und fern von jedem Stress der Großstadt scheint dieses Viertel. Neben dem Namen des Hauptplatzes weisen viele Straßennamen wie „Polarstern“, „schöne Aussicht“ oder „Kompass“ auf die traumhafte Aussicht, die man vom höchsten Punkt des Viertels aus genießen kann, hin.

Eine tägliche Sensation ist die Geburt des neuen Tages, welche man vom sich wie eine Tribüne in Richtung Osten neigenden San Juàn aus, wohl so spektakulär wie an keinem anderen Ort der Stadt, beobachten kann. Wer früh aufsteht und im grauen Licht der Dämmerung durch die stillen und geheimnisvollen Gassen langsam den höchsten Punkt des Hügels erklimmt, auf welchem sich als zusätzliche Sehenswürdigkeit eine aus den Zeiten des spanischen Diktators Franco stammende Militäranlage befindet, der wird mit einem nahezu hypnotisierenden Schauspiel belohnt: dem plötzlichen Auftauchen eines riesigen tiefroten Feuerballs über dem azurblauen Atlantik, dessen salzige Wassermassen sich unter unseren Füßen scheinbar bis in die Unendlichkeit ausbreiteten.

Von hier aus blickt man auf die zahllosen Dachterassen von San Juàn, auf welchem die zum Trocknen aufgehängte Wäsche in der lauen Morgenluft flattert und so mancher „Dorfbewohner“, gleich wie wir den Blick wie gebannt nach Osten gerichtet, das Schauspiel des Sonnenaufganges beobachtet. Normalerweise entzaubert ja die Gewohnheit so manche Aspekte des menschlichen Lebens, was wahrscheinlich aufgrund ihrer unbeschreiblichen Schönheit und Intensität nicht für die Sonnenaufgänge von San Juan gilt. Touristen wie Einheimische erstarren tagtäglich vor Erfurcht im Angesicht dieser Schönheit der ewigen Natur.

Neben dem Sonnenaufgang ist aber auch der spektakuläre Blick über die Altstadtviertel Triana und Vegueta nicht zu vergessen. Aus dem Wirr-Warr der alterwürdigen Gassen von Vegueta sticht von hier oben die Kathedrale Santa Ana aufgrund ihrer rießigen Dimensionen, noch mehr hervor. Von San Juán in Richtung Norden blickend, kann man durch die Gassenschluchten des Viertels den einen oder anderen Blick auf ein weiteres interessantes Viertel, abseits der konventionellen Touristenrouten, erhaschen: San Nicolás . Aber dies ist eine andere Geschichte und Facette von Las Palmas der Gran Canaria, die wir euch bald erzählen werden …

Wer vom Auf- und Abstieg hungrig beziehungsweise durstig geworden ist, kann sich in einem der zahlreichen Restaurants und Bars von Vegueta und Triana erfrischen.

Fotos Aussichtspunkt San Juan

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